1972 organisierte der Sportverein Germania, federführend durch Kurt Förster, die 1. Städtetour; es ging nach Paris. Viele Germania-Mitglieder hatten sich angemeldet, u.a. auch viele nicht verheiratete Pärchen. Im Hotel angekommen wurden gleich die Zimmer vom 1. Vors. Ulrich Förster zugeteilt: Einzel- oder Doppelzimmer war seine Frage an die Mitgereisten; zu seinem Erstaunen war die Resonanz auf die Einzelzimmer auch bei den nicht Verheirateten sehr sehr gering, für damalige Verhältnisse schon etwas außergewöhnlich. Offensichtlich hatte ihn das so schockiert, dass er am nächsten Tag mit seinem PKW gleich wieder abgereist ist und die "Dinge" seinem Schicksal überließ.

           13.01.2014  Ludwig Siebertz   -   Quelle: Erzählung Kurt Förster 

Bruno Nießen kam als kleiner Junge im Vorschulalter (um 1935) öfter zu uns zum Spielen. Der Zufall wollte es, dass meine älteste Schwester um diese Zeit einen Fotoapparat als Geschenk erhielt. So wurde auch der kleine Bruno zum erstenmal fotografiert.

Als das Bild fertig war, konnte Bruno seine Abbildung betrachten: Er schaute das Bild von vorne an - dann von der Rückseite - wieder von vorne - wieder von hinten - und sagte dann ganz enttäuscht: "Do han ich jo kene Aasch!!!"

                                        23.01.2013 - Paul Stollenwerk

Die nachfolgende Litanei stammt aus der Zeit der Jahrhundertwende (1900). Johann Tillmann Offermann (1822-1912) war der Mann mit der Knösterteisch. Er beherrschte die Heilkunst am Vieh ("de Konst"). Sein "Arztbesteck" lag noch in unserem (Trude Heiler) Schrank, war aber, wie viele andere Gegenstände, nach der Rückkehr aus der Evakuierung 1945 verschwunden. Er besaß ein kleines Buch mit Aufzeichnungen, das aber nach seinem Tod nicht mehr auffindbar war.

 

"Dä Mänes mott der Knösterteisch hat datt Knöstere eweich, överall un do noch net.

Brölls Mattes en der alder Arch kritt all Johrs ne jonge Barresch, överall ....

A Küppertsches en dem dreij Schornsteenhuus rocht et all Dachs merr us ennem erus, överall ....

Tönnches en der Mößtpoolsjaaß krient all Dachs de Föß jett naß, överall ....

Pate Jännesje mott dem Trevvelspännche, öß e reat verkiert Männche, överall ....

Wenn Mai Nies de Musik hört, jonnt die Fößjer tipp, tipp, tipp, överall ....

Höffjes Mechel sing ald Jeeß, wird jemoleke dat se schweeßt, överall ...."

                                                 09.10.2012 - Trude Heiler

 

In früheren Jahren lebte man sehr häufig im Gegensatz zu heute in Großfamilien. 3, 5 oder gar mehr als 10 Kinder waren in vielen Familien "Standard". Und so war es allzu normal, dass man mit mehreren Kindern (bis zu 4) in einem Zimmer die Nacht verbringen mußte; so berichtete kürzlich auch Helmut Hermanns, Zum Belgenbach 3, aus seiner Jugend um 1950.

Nur an einem Morgen war die Verwunderung sehr groß, dass sich zu den 4 Hermanns-Geschwistern heimlich noch die Hauskatze gesellte und in dieser Nacht 5 putzige junge Katzen geworfen hatte. Aus "4" am frühen Abend wurden dann zum Morgen gleich "10", wohlgemerkt in einem Zimmer.

                             26.07.12 L. Siebertz - Quelle Erzählung v. H. Hermanns