Nach dem 2. Weltkrieg war die Not in den Dörfern extrem. Die Armut mußte regelrecht verwaltet werden. Und so macht ja bekanntermaßen zwangsläufig die Not erfinderisch. So auch im gerade wieder aufblühenden Sportverein. Sportkleidung und Schuhe waren einfach nicht vorhanden. Und so entschlossen sich 1949 die damaligen Akteure (Eduard Claßen, Josef Kell, August Scheidt, Alfons Scheidt, Paul Stollenwerk, Franz Kaulard, Benno Küpper u.a.) zur Selbsthilfe: Illegalerweise fällten Sie im Wald "Op er Heed" ausreichend Tannen (Gemeinewald oder Staatsforst?), holten diese Stämme mit Pferden heraus und ließen dieses Stammholz im damals im Monschauer Land fast einmaligen Sägewerk von Karl Heck "Om Hövel" sägen und verkauften dieses Schnittholz an die Benno Küpper bekannte Schuhfabrik Franzen in Dremmen. (Anlieferung mit altem Borgward). Als Verkaufspreis erhielten die Germania-Akteure 20 nagelneue Fußballschuhe; für damalige Verhältnisse ein toller Tausch! Da nicht alle Akteure mit neuen Schuhen bedacht werden konnten, mußten die Schuhe von den Spielern, die am Sonntag nicht spielen konnten, an die vorgesehenen Akteure ausgeliehen werden. (Quelle: Erz. Benno Küpper)  

Der 1. Satz Trikots wurde in dieser Zeit auf ähnliche Art und Weise "organisiert". Beladen mit ca. 5-7 Sack Roggen fuhr man via Lammersdorf, Hahnerstraße nach Roetgen (Weg über Fringshaus war gesperrt) und tauschte dort nahe der Grenze zu Belgien diesen Roggen gegen Kaffee. Dieser Kaffee wurde dann im Ort sehr schnell verkauft und von diesen Verkaufserlösen der 1. Satz Trikots angeschafft; im Übrigen war Eicherscheid mit dieser Aktion nach dem Kriege die 1 . Mannschaft mit einer einheitlichen Kluft. Diese Kluft wurde dann auch schon einmal an die damalige im Aufbau befindliche Fußball-Kreisauswahl ausgeliehen. (Quelle: Erz. Ulrich Förster).

               23.08.2014 - L. Siebertz