Unter "Vermischtes" finden sie in Zukunft Kurzberichte oder besondere Begebenheiten zur früheren Zeit unseres Ortes. Allerdings wollen wir auch über "Nennenswertes" aus unseren heutigen Tagen berichten, denn diese aktuellen Infos sind dann sicherlich für unsere Nachkommen in späteren Jahren die Dokumentationen aus früheren Zeiten. Sofern Sie in dieser Rubrik aus früherer oder aktueller Zeit etwas zu berichten wissen, würden wir uns über eine kurze Info sehr freuen.

Traurig aber wahr! Der Eicherscheider Kirchenchor stellt nach über 150 Jahren seine Aktivitäten ein. Der Kirchenchor wurde schon 1845 gegründet und hat über diese lange Zeit wesentlich zum Gelingen kirchlicher und weltlicher Veranstaltungen beigetragen. Der Kirchenchor war zu festlichen Anlässen in der Kirche nicht wegzudenken. Auch hat er bei vielen Konzerten und Ehrungen am Kriegerdenkmal erfolgreich mitgewirkt.

Leider fehlten zwischenzeitlich ausreichend Akteure, so dass die Auflösung unausweichlich war. Damit geht ein gutes Stück Eicherscheider Geschichte zu Ende. Schade!!! Bleibt zu hoffen, dass über die Zeit sich vielleicht doch noch mal wieder ausreichend Gesangsfreunde für den einen oder anderen Auftritt zusammen finden.

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              18.08.2012 - L. Siebertz 

Der Roetgener Dorfchronist, Hermann Josef Cosler, war Mitte des 19. Jahrhundert als Dekanatsbote im Monschauer Land auf Schusters Rappen viel unterwegs und hat seine Erfahrungen und Eindrücke von 1864/65 unter dem Titel "Schriften eines Monscheuers" zu Papier gebracht. U. a. hat er auch sehr eindrucksvoll den beschwerlichen Fußweg von Rohren nach Eicherscheid und den Ort Eicherscheid im 5. Brief am 01.02.1865 beschrieben. Zum Ort schreibt er u.a.: "Das Dorf hat schöne Häuser und Gärten und unter den Einwohnern, die sich fast ausschließlich von der Ackerschaft ernähren, gibt es viele wohlhabende Leute. Die Gärten und Wiesen sind, wenigstens im Inneren des Dorfes, mit schönen Buchenhecken eingefaßt und gereichen dem Dorfe, da Letztere mit großem Fleiß gezogen und gepflegt werden, zur schönsten Zierde. .....".

"Eine eigentümliche Erscheinung für den Fremden sind die Ziehbrunnen hierorts, und zwar durch ihre sonderbare Einrichtung das Wasser zu schöpfen. In einiger Entfernung vom Brunnen ist auf einem einfachen Gestelle ein langer hölzerner Balken oder Baum so angebracht, daß er sich gleich einem Waagebalken im Gestell bewegen kann und daß die Spitze des vorderen Theils desselben mit der Öffnung des Brunnens in perpendikularer Lage sich befindet. An diesem hängenden Holz wird unten in einer Krampe das Schöpfgeschirr eingehängt. ....."

Thumbnail imageEine Abbildung dieses offensichtlich für Eicherscheid typischen Ziehbrunnens finden Sie auf dem Foto am Haus "Moll", heute Kirchweg 1; dieses Haus wurde vor dem Kriege von Josef Kaulard käuflich erworben, ist im Kriege abgebrannt und nach dem Kriege neu aufgebaut worden; heute bewohnt von Tochter Maria und Viktor Förster. Der Brunnenschacht ist heute noch vorhanden.

 

 

 

Die  Originaltextstelle des Dekanatsboten Cosler finden Sie hier.

18.08.2012 - L. Siebertz - Quelle Roetgener Heimat- und Geschichtsverein, Webadresse siehe Nordeifel-RegioNet.

Ein Bericht in der AZ vom 17.11.1965 schlug in Eicherscheid wie eine Bombe ein: "Drastische Feststellung - Die Linde an der Kirche muß aus Sicherheitsgründen gefällt werden". So war die Ansage vom Imgenbroicher Ordnungsamt, Herrn Oberforstmeister Conrad. Amtsdirektor Lauscher erklärte dem Eicherscheider Gemeinderat, dass man alles Mögliche zur Rettung des Baumes überlegt habe. "Falls die Gemeindevertretung gegen das Fällen sei, müsse sie auch die Verantwortung für evtl. Schäden oder Unfälle tragen".

"Einhellig ablehnend standen sämtliche Ratsmitglieder dieser Verfügung entgegen. Ratsvertreter Schröder meinte, dieser Baum würde noch in 50 Jahren unbehelligt da stehen, wenn nicht zufällig der Oberforstmeister vorbeigekommen wäre. Ratsmitglied Heck wurde noch deutlicher. Er sei grundsätzlich dagegen, aufgrund einer solchen Verfügung klein beizugeben. Die Linde stehe auch in 100 Jahren noch da. Es sei besser, einen Oberforstmeister und einen Amtsmann abzusägen als eine solche Linde".

Nach heftiger Diskussion akzeptiert der Rat einen Vorschlag von Ratsmitglied Jost, zwei Experten für Baumrestaurierungen zur Begutachtung und einer möglichen Sanierung der Linde nach Eicherscheid einzuladen. Bürgermeister Förster hielt diesen Vorschlag auch für gut, so könnte wenigstens später niemand vorwerfen, man habe nicht alles versucht, diesen Baum zu retten.

Aus heutiger Sicht eine sehr sehr gute Entscheidung!!! Wie wäre heute das Bild unseres Ortskerns ohne dieses Naturdenkmal Linde? Nicht vorstellbar.

     15.08.2012 L. Siebertz - Quelle AZ vom 17.11.1965