Unter "Vermischtes" finden sie in Zukunft Kurzberichte oder besondere Begebenheiten zur früheren Zeit unseres Ortes. Allerdings wollen wir auch über "Nennenswertes" aus unseren heutigen Tagen berichten, denn diese aktuellen Infos sind dann sicherlich für unsere Nachkommen in späteren Jahren die Dokumentationen aus früheren Zeiten. Sofern Sie in dieser Rubrik aus früherer oder aktueller Zeit etwas zu berichten wissen, würden wir uns über eine kurze Info sehr freuen.

Auf unseren Wibsites finden Sie in vielen Beiträgen Angaben zu früheren Maßen, Gewichten, Flächen und Preisen. Nachfolgend finden hierzu einige Erklärungen und Informationen, damit Sie hinsichtlich der Wertigkeiten, den Größenordnungen etc. auch Vergleiche in unsere heutige Zeit machen können.

Hohlmaße und Gewichte:

1 Fass                                 = 229 Liter

1 Malter                              = 660 Liter

1 Scheffel (Berliner Sch.)      =  55 Liter

1 Wispel                              =  25 Scheffel

1 Sester                              =  21,25 Pfund

1 Zentner (preußisch)          =  51,45 Kg

1 Karre                               =  2,324 m³

 

Maße und Flächen:

1 Morgen (Magdeburger M.)  =  25 Ar

1 Ruthe                               =  0,142 Ar

1 Fuß                                  =  31 cm

 

Zahlungsmittel:

1 Thaler (bis 1874)              =  30 Silbergroschen (Sgr) = 3,60 Mark

1 Thaler                              = 70 Stüber

1 Stüber                              =  5 Pfennig

1 Thaler (bis 1924)               =  3 Mark = 30 Groschen

1 Mark                                 = 10 Groschen

1 Kastermännchen                = 25 Pfennig

1 Conväntchen                      = 50 Pfennig

 

Preisvergleiche/Kaufkraft:

  • Lehrer G. Bongard hatte 1817 als Lehrer ein Jahresfixum von 96 Thaler
  • 1 Schaf kostete 1817 ca. 1,5 Thaler
  • Der Schulneubau 1819 kostete die Gemeinde 600 Thaler (ohne Eigenleistung)
  • Wert für 1 Zentner Heu 1827 = 10 Sgr
  • Wert für 1 Zentner Stroh 1827 = 6 Sgr
  • Wert für 1 Pfund Butter 1827 = 4 Sgr
  • Wert für 1 Morgen gutes Ackerland  1827 = 35 Thaler (mittelm. Ackerland = 25 Thaler)
  • Wert für 1 Morgen gutes Weideland 1827 = 50 Thaler (mittelm. Weideland = 40 Thaler)

Derartige Preisangaben verleiten natürlich zu vielfältigen Vergleichen insbesondere auch in unsere heutige Zeit; so hätte z. B. Lehrer G. Bongard 1817 für einen Morgen Weideland ein halbes Jahresgehalt aufbringen müssen; heute wäre wahrscheinlich weniger als ein Monatsgehalt ausreichend. 

  15.08.2012 L. Siebertz - Quelle Eifelvereinsbuch "Eicherscheid..." und eigene Recherchen                       

 

 

Im 19. Jahrhundert lebten unsere Vorfahren in ganz großem Umfang von Ackerbau und Viehzucht. 1816/1817 waren regelrechte Notjahre.(siehe auch Chronik Lammersdorf) Auch die anschließenden Jahre bis 1825 waren nicht viel besser. Neben der schlechten Witterung in einigen Jahren war insbesondere das "Krepieren vieler Schaafe wegen Fäulnis" die Hauptursache dieser miserablen Zeit. (s. auch unter "Geschichte-Protokolle der Bürgermeisterei"):

1816 krepierten 600 Schaafe - Schaden 900 Thaler

1821 krepierten 400 Schaafe - Schaden 600 Thaler

1824 krepierten 300 Schaafe - Schaden 450 Thaler

1825 krepierten 470 Schaafe - Schaden 940 Thaler.

Diese Verluste waren für die damalige Bevölkerung immens. Erst 1825, so die Protokolle der Bürgermeisterei Eicherscheid, wurde endlich klar, warum: "Die Ursache soll seyn, daß die Schaafe über ca. 1 Stunde bei Sommerhitze und staubigen Wegen ins Venn getrieben wurden, so daß die Schaafe bei ihrer Ankunft gleich über die faulen Sümpfe fallen und ohne zu fressen zu viel faules Wasser saufen".

               30.07.2012 Ludwig Siebertz - Quelle Protokolle Bürgermeisterei Eicherscheid 1816-1825

Im Jahre 1819 wurde erstmals eine Schule am jetzigen Feuerwehrgerätehaus gebaut (S. auch unter Chronik 1819). Die Kosten dieses Schulneubaues beliefen sich auf 600 Thaler. 232 Thaler kamen aus freiwilligen Spenden. Offensichtlich waren die Eicherscheider auch zu damaliger Zeit schon sehr engagiert, wenn es um gemeinnützige Aufgaben und Arbeiten ging, denn in den Protokollen von 1819 ist ausdrücklich auch der "Hand und Spanndienst" der Eicherscheider Bevölkerung erwähnt.

Vorgenannte Kosten im Vergleich zu anderen damaligen wesentlichen Werten und Ausgaben:

Der 1817 als Elementarschullehrer eingesetzte G. Bongard erhielt ein Jahresfixum von 96 Thalern; oder ein Schaf kostete ca. 1,5 Thaler, d. h., der Verkauf von 400 Schafen hätte ausgereicht, das damalige Schulgebäude neben der Eigenleistung zu erstellen. 

                            30.07.12 Ludwig Siebertz - Quelle Protokolle Bürgermeisterei 1819