Ein Bericht in der AZ vom 17.11.1965 schlug in Eicherscheid wie eine Bombe ein: "Drastische Feststellung - Die Linde an der Kirche muß aus Sicherheitsgründen gefällt werden". So war die Ansage vom Imgenbroicher Ordnungsamt, Herrn Oberforstmeister Conrad. Amtsdirektor Lauscher erklärte dem Eicherscheider Gemeinderat, dass man alles Mögliche zur Rettung des Baumes überlegt habe. "Falls die Gemeindevertretung gegen das Fällen sei, müsse sie auch die Verantwortung für evtl. Schäden oder Unfälle tragen".

"Einhellig ablehnend standen sämtliche Ratsmitglieder dieser Verfügung entgegen. Ratsvertreter Schröder meinte, dieser Baum würde noch in 50 Jahren unbehelligt da stehen, wenn nicht zufällig der Oberforstmeister vorbeigekommen wäre. Ratsmitglied Heck wurde noch deutlicher. Er sei grundsätzlich dagegen, aufgrund einer solchen Verfügung klein beizugeben. Die Linde stehe auch in 100 Jahren noch da. Es sei besser, einen Oberforstmeister und einen Amtsmann abzusägen als eine solche Linde".

Nach heftiger Diskussion akzeptiert der Rat einen Vorschlag von Ratsmitglied Jost, zwei Experten für Baumrestaurierungen zur Begutachtung und einer möglichen Sanierung der Linde nach Eicherscheid einzuladen. Bürgermeister Förster hielt diesen Vorschlag auch für gut, so könnte wenigstens später niemand vorwerfen, man habe nicht alles versucht, diesen Baum zu retten.

Aus heutiger Sicht eine sehr sehr gute Entscheidung!!! Wie wäre heute das Bild unseres Ortskerns ohne dieses Naturdenkmal Linde? Nicht vorstellbar.

     15.08.2012 L. Siebertz - Quelle AZ vom 17.11.1965