Der Roetgener Dorfchronist, Hermann Josef Cosler, war Mitte des 19. Jahrhundert als Dekanatsbote im Monschauer Land auf Schusters Rappen viel unterwegs und hat seine Erfahrungen und Eindrücke von 1864/65 unter dem Titel "Schriften eines Monscheuers" zu Papier gebracht. U. a. hat er auch sehr eindrucksvoll den beschwerlichen Fußweg von Rohren nach Eicherscheid und den Ort Eicherscheid im 5. Brief am 01.02.1865 beschrieben. Zum Ort schreibt er u.a.: "Das Dorf hat schöne Häuser und Gärten und unter den Einwohnern, die sich fast ausschließlich von der Ackerschaft ernähren, gibt es viele wohlhabende Leute. Die Gärten und Wiesen sind, wenigstens im Inneren des Dorfes, mit schönen Buchenhecken eingefaßt und gereichen dem Dorfe, da Letztere mit großem Fleiß gezogen und gepflegt werden, zur schönsten Zierde. .....".

"Eine eigentümliche Erscheinung für den Fremden sind die Ziehbrunnen hierorts, und zwar durch ihre sonderbare Einrichtung das Wasser zu schöpfen. In einiger Entfernung vom Brunnen ist auf einem einfachen Gestelle ein langer hölzerner Balken oder Baum so angebracht, daß er sich gleich einem Waagebalken im Gestell bewegen kann und daß die Spitze des vorderen Theils desselben mit der Öffnung des Brunnens in perpendikularer Lage sich befindet. An diesem hängenden Holz wird unten in einer Krampe das Schöpfgeschirr eingehängt. ....."

Thumbnail imageEine Abbildung dieses offensichtlich für Eicherscheid typischen Ziehbrunnens finden Sie auf dem Foto am Haus "Moll", heute Kirchweg 1; dieses Haus wurde vor dem Kriege von Josef Kaulard käuflich erworben, ist im Kriege abgebrannt und nach dem Kriege neu aufgebaut worden; heute bewohnt von Tochter Maria und Viktor Förster. Der Brunnenschacht ist heute noch vorhanden.

 

 

 

Die  Originaltextstelle des Dekanatsboten Cosler finden Sie hier.

18.08.2012 - L. Siebertz - Quelle Roetgener Heimat- und Geschichtsverein, Webadresse siehe Nordeifel-RegioNet.