In früheren Jahren war die Landwirtschaft für die Ernährung der Bevölkerung in den Dörfern der Eifel entscheidend. Die Acker-und Viehwirtschaft war fast in jedem Haushalt vordergründig. Allerdings brachten die Wiesen und Äcker in unserer Region nicht immer den gewünschten Ertrag, zumal die Böden in der Eifel recht karg waren und Dünger gleichermassen garnicht oder in späteren Jahren nur in geringen Mengen zur Verfügung stand. In schlechten Jahren, so die Überlieferung aus den Dokumentationen unserer Vorfahren, waren Hungersnöte nicht immer zu vermeiden, so z. B. die Jahre 1816 und später, oder 1893.

Aus der Altchronik (1798-1876) und anderen vorliegenden Aufzeichnungen geht hervor, dass das Vieh (Schafe wie junge Rinder) von einem Bauern aus dem Ort morgens gesammelt wurde und dann ins "Escher Venn" zum Weiden getrieben wurde; hierzu ist anzumerken, dass jedem Ort im Venn ein begrenztes Gebiet als Weidegang zugeordnet war; man durfte also das Vieh im Venn nicht willkürlich austreiben. Abends ging der "Treck" dann wieder zurück nach Eicherscheid. Der "alte Jann", Vater von Janns Leonard (Leonard Wynands - BM 1956-61), so die Aufzeichnungen von Josef Förster (Schörresch Jupp), war für Eicherscheid Ende 19. JH immer mit dem Vieh unterwegs, immerhin täglich geschätzte 7-8 km hin u. zurück!

Thumbnail imageDas "Escher Venn" lag zwischen der jetzigen Siedlung Hoscheit und heutigem RAVeL-Fahrradweg; siehe hierzu den nebenstehenden Lageplan der Gemeinde Konzen (Quelle: Buch "1125 Jahre Konzen" von 2013). 1955 wurde dieser Vennbereich urbar gemacht.

 

 

 

 

 

 

 

Thumbnail imageDie "Eicherscheider Moorbrüder" waren 1932 zwar nicht, wie wiederholt dargestellt, im Escher Venn, sondern bei der Urbarmachung des Ellerbruch (gegenüber Schweizer Hof/Rchtg. Konzen-Hohe Str.) als Tagelöhner beschäftigt. Jede zusätzliche Mark zählte auch damals schon für die Ernährung der Familie!!! - Quelle: Erzählung Ulrich Förster.

 

 

 

                                 21.10.2013 - Ludwig Siebertz