Für viele Eicherscheider unfassbar und "Teufelswerk"

Die 1921 begonnene und 1922 beendete Elektrifizierung war für viele im Ort technisch zunächst unfassbar, brachte jedoch im Laufe der Zeit sensationelle Erleichterungen. Allerdings war Eicherscheid einer der letzten Orte im Kreis Monschau, die ans elektrische Netz angeschlossen wurden; Lammersdorf war bereits 1911 elektrisch erschlossen.

Josef Förster, *1897  +1989, (Schörresch Jupp) hat zu diesem Thema ca. 1970 Folgendes niedergeschrieben:

"Vor dem Stromnetz-Anschluss wurde der Lichtbedarf mit Kerzen, kleinen Ölfunzeln, Petroleumlampen und Laternen gedeckt. Der Kraftstrombedarf mußte mit Pferde- und Muskelkraft ersetzt werden, z. B., die wochenlange Drescharbeit auf der Tenne mit Knüppel auf dem Bock oder, wer gut situiert war, mit Pferd am Göpel (Anm.: Einrichtung, die mittels Hebel in Drehrichtung versetzt wird) und Dreschmaschine.

Von wo die Initiative dazu ausging, weiss ich nicht mehr. Ich nehme an vom Gemeinderat, Bürgermeisteramt Imgenbroich, Landratsamt und Regierung. Die Aussenanlagen wurden vom Elektrizitätswerk, das ja auch Eigentümer der Anlagen wurde, errichtet und dies ohne finanzielle Belastung des einzelnen Bürgers. In wieweit die Gemeinde als Körperschaft belastet wurde, weiss ich nicht. Ich weiss nur, dass die Gemeinde damals einen 20 m breiten Streifen schweres Fichtenholz fällen  und verkaufen liess und damit Belastung verminderte. Der Wald zog sich rund um den Mühlenbüchel von der Dörresfuhr bis zu Arnstein hin. Vielleicht hat die Regierung auch geholfen.

Die Hausinstallation ging zu Lasten des einzelnen Bürgers und erfolgte durch die Firma Ganser/von der Kall, Sitz in Breinig oder Büsbach. Sparsam wie die "Escher" sind, erwarb jeder nur die nötigsten Brennstellen. Mein Vater akzeptierte 3, eine für Wohnzimmer, Küche und Stall. Mit Mühe und Not erreichten wir eine 4. für's Elternschlafzimmer, gebraucht hätten wir weitere 8. Im Zeitverlauf wuchs in jedem Haus die Zahl der Lampen und anderer Licht- und Kraftanlagen bis zur Gegenwart. Heute ist ein Leben ohne Elektrizität nicht mehr denkbar und nicht möglich".

                                21.10.2013 - Ludwig Siebertz