ca.200-300

Bei wochenlangen Ausgrabungen in den Jahren 1958 und 2003 (siehe unter den jeweiligen Jahren) wurden im „Bongert“ – heute Kunstrasenplatz – verschiedene Mauerwerke aus dem dritten Jahrhundert freigelegt und weitere nachgewiesen. Reste römischer Ziegelsteine und Holzkohleteile sowie Keramik- und Eisenteile wurden gefunden; Mauerwerk und Teile befanden sich allerdings in schlechtem Zustand. Deshalb wurden die Ausgrabungen eingestellt.

1306

Graf Reinhart von Monschau und Graf Gerhard von Jülich (Lehnsherrn von Monschau-V.) schließen einen Pachtvertrag über eine Mühle im Belgenbachtal, genannt „Eygenscheyt“ (Standort heute: Nähe Grillhütte, Konzen im oberen Belgenbachtal).

Der Name Eygenscheyt war vermutlich ein Flurname und hatte zur damaligen Zeit nichts mit dem später entstandenen Ort Eicherscheid zu tun.

1352

Nach dem Tod Wilhelm I:, Herzog von Jülich wurde sein Sohn, Wilhelm II. sein Nachfolger; er residiert meistens auf der Burg Nideggen. Weitere personelle Änderungen durch Tod, Machtveränderungen o.ä. bestimmten das damalige Zeitgeschehen. Wilhelm´s II. Politik diente vordergründig der Tilgung der vom Vater geerbten Schulden (46.000,- + 10.000,- Goldschilde). Gläubiger war Reinhard von Schönau. Reinhard von Schönau war gleichzeitig Besitzer des Landes „Kaster“ (Nähe zum heutigen Bedburg/Grevenbroich). Und so kam es in der letzten Konsequenz aus diesen aber auch noch anderen Gründen zum Tausch des Monschauer Landes gegen Kaster und zu einer Auslösungsabmachung bezüglich der Schulden.

1361

In einem Tauschvertrag vom für das Monschauer Land zuständigen Jülicher Herzog Wilhelm II. – Graf von Valkenburg und Herr von Monschau – zu Gunsten Reinhard von Schönau wird erstmalig „Vroenrot“ (Fronrath) erwähnt, dem Vorläuferort von Eytscheit (frühere Schreibweise Eicherscheid’s) – siehe hierzu 1400/20 und 1550. Weitere in dieser Urkunde genannten Orte: Höfen, Kalterherberg, Mützenich, Lauscheid, Menzerath, Imgenbroich, Konzen, Lammersdorf, Paustenbach, Simmerath, Rollesbroich, Strauch, Kesternich, Überruhr, Wollseifen u.a.1
Historiker Dr. Ludwig Mathar bezeichnet in neuerer Zeit im „Das Monschauer Land“ Vreonrot als „Alt-Eicherscheid“

1369

Reinhard von Schönau verteilt seinen Besitz auf seine Söhne; Johann erhält Fronrath (Jetzt in der Nähe „Am Gericht“)

1400 – 1420

Gründung der Ortschaft Eytscheit/Eicherscheid. In einer Anhörung vom 26.Juni 1550 (s. nachfolgend) wegen einer Zehntstreitigkeit des Eicherscheider Lehnshofes – damals gelegen links vor Huppenbroich – protokolliert Rentmeister Blomendalen von Monjoye u.a. die Aussage des „Lens uff dem Scheitt“ (damaliger Bewohner Eytscheits) wie folgt im vorliegenden Eicherscheider Lehnsbuch: „Er, Lens uff dem Scheitt, ungeferlich 83 jar, hait van synen alderen gehört, dass das dorf Froen-Eytscheit gelegen hab zu Froen-Roede, da das gericht nu steyt (Anm. Am Gericht) und soll affgebrant syn und die naber hetten eynen benden gehadt zu Froen-Roede, den sy dene herrn gelassen und wird inen vergont, in dem busch zu buwen“ (Originaltext). So sind also die Vroenroter von Am Gericht nach Eicherscheid in der Zeit umgesiedelt.

Er gibt weiter zu Protokoll, dass Eytscheit 1550 bereits über 50 Feuerstellen hatte, während die Feuerstellen in seiner Jugend (ca. 1475) wohl bei 16 bis 18 lagen, so dass eine Umsiedlung in der Zeit zwischen 1400 – 1420 sehr wahrscheinlich war. Die Gründe sind nicht dokumentiert, nur dass Froen-Roede „affgebrant syn“. Brandschatzungen, Plünderungen oder „normale“ Busch-/Hausbrände bei der damaligen Bauweise (Holz/Stroh u.ä.) können die Gründe gewesen sein.

1450-1475

Gründung des Lehnshofes Eicherscheid (Historiker Hans Steinröx: „ Der Eicherscheider Lehnshof erscheint schon 1475 im Zusammenhang mit einer Armenspende, die bei der Pfarrkirche Konzen zu verteilen war. Der Hof muss aber vorher schon existiert haben, da besagte Armenspende mit der Urkunde von 1475 nur erneuert wurde. Der Hof war gelegen links der Hauptstraße ca. 100 m vor Huppenbroich im freien Feld als auffallender Hügel mit ein paar Bäumen und Sträuchern.“ Diese Stelle ist heute noch zu erkennen. Vermutlich durch Teilungen im 17/18. Jahrhundert fand der Lehenshof seine Fortsetzung (2. Standort: Nähe heutiger Hof Josef Kessel)

1463

Bau des Hammerwerkes in Hammer durch Hermann Hammerschmidt, Eupen.

1470-80

16-18 Feuerstellen werden in „Eytscheit“ bereits gezählt. (Info aus Protokoll s. 1400-1420 und 1550)

1473

Erstmals wird der Name „Eytscheit“ genannt (Siehe oben 1400-20).
Übertragung des Eicherscheider Lehnshofes an Peter van der Hardt als Lehen. Der Hof blieb bis1550 in dessen Besitz.

1507

Erste Erwähnung der Ölmühle im Tiefenbachtal.

1516

Erwähnung der Mühle im Tiefenbachtal

1544

Erste Erwähnung der Belgenbacher Mühle (jetziger Standort). Nach der teilweisen Zerstörung (1543) wird die Belgenbacher Mühle neu verpachtet

1550

In einem Verhör aufgrund eines Streites zur Bestimmung der Größe/Zehnt des Lehnshofes Eicherscheid/Huppenbroich gab „Lentzs uff dem scheitt“ (bisherige nicht richtige Schreibweise „Hens uff Taelscheit“), ca. 83 J., am 26.06.1550 zu Protokoll, er und die seinen wohnten in Eytscheit, derzeit mit 50 Feuerstellen im Ort. (Geschätzte 200 Bewohner). Siehe auch 1400 – 20 und 1470-80

1551

Bei einer Belehnung des Lehnshofes Eicherscheid an die Familie Heusch (geb. van der Hardt) wird der Hof mit ca. 160 Morgen Land angegeben.

1572

Vermessung der gerodeten Ländereien in Eicherscheid

1582

Neue Verpachtung der Ländereien durch die Jülicher Grafen

1633

19.11.- Hinrichtung des Opferstockdiebes Christoph H. am Galgen „Am Gericht“. Galgen stand noch bis ca. 1813 zum Ende der „Franzosenzeit“.

1636

Die Pest wütet im Monschauer Land incl. Eicherscheid mit vielfachem tödlichen Ausgang; dies hat der bekannte Geschichtsforscher, Hans Steinröx, recherchiert, aus Briefen und Dokumenten, die der damalige Jülicher Herzog, Wolfgang Wilhelm, an den Prior von Kloster Reichenstein geschrieben hat.
Ca. 1640/41 stehen ca. 20 Häuser in Eicherscheid wegen des tödlichen Ausgangs der Pest leer.

1650

Bau der 1. Kapelle in Hammer.

1655 (53?)

Kleines Glöckchen hängt zuerst in der Linde, später in der Kirche mit der Inschrift: „Gott und Maria bewahren mich und Eycherscheit“.

1683

Beginn Neubau der 1. Kirche (vorher kleine Kapelle) in Eicherscheid mit Unterstützung des Priors Stephan Horrichem vom Kloster Reichenstein.

1684

Erste Abgaben-Erfassung in Eicherscheid.

1685

  • 02.09.- Einweihung der 1. Kirche durch den Steinfelder Abt, Theo Firmenich; Kanonikus Bernhard Schnehagen ist erster Seelsorger; (1686 offiz. eingeführt); Besoldung durch die Bewohner.
  • Anlegung des Friedhofes vor der Kirche.
  • 13.09.- Erstes offizielles Begräbnis auf dem neuen Friedhof.
  • Vermutlich 1. Wallfahrt der Eicherscheider nach Nievenheim/Neuss über 5 Tage zur Erlöser-Statue des Salvatores. Wallfahrt fand bis ca. 1921 statt.

1686

  • Trotz Widerstände (Zehntgründe?!) Trennung von der Mutterkirche Konzen.

1698

02.03.- Gründung der Pfarre Eicherscheid durch das Generalvikariat.
1) Quelle 1352 – 1361 und weitere umfangreiche Details siehe: www.geschichtswerkstatt-lammersdorf.de.

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